berufsprofil friseur

Was macht den Friseurberuf aus, wie verbringt man die Lehrzeit und welche Karriereziele kann man verfolgen.

Der Beruf des Friseurs wird oft im Allgemeinen als kreative, sich auslebende oder gar künstlerische Arbeit charakterisiert. Doch wie viele Stylisten würden den Friseurberuf tatsächliche so beschreiben? Eine Frage, die vermutlich unbeantwortet bleiben wird, denn jeder hat klarerweise unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Grob könnte man zwei Spezies von Friseuren definieren, Stylisten, die im Salon am Kunden arbeiten und Stylisten, die für Magazine, Run-Way-Shows und diverse Künstler tätig sind.

Übung macht den Meister

So gibt es mehrere Karrierewege, die eines gemeinsam haben, die Ausbildung. Sie beginnt meist mit der Lehre und die dauert normalerweise drei Jahre, die Lehrzeit kann aber auch durch einen höheren Schulabschluss verkürzt werden. Während der Lehre muss planmäßig die Berufsschule besucht werden, um die theoretischen Lehrinhalte zu verinnerlichen. Während der Berufsschulzeit, die in Niederösterreich mehrere Wochen am Stück pro Lehrjahr dauert, wird neben dem Theoretischen auch die Praxis stundenweise vollstritten und dabei an echten Modellen frisiert. Doch das wichtigste in unserem Beruf ist und bleibt die praktische Erfahrung, denn die lässt uns zu Fachexperten werden. Die Kunst dabei ist, das theoretisch Erlernte mit dem Praktischen zu vereinen, da die implizite Farbenlehre und geometrische Schnittführung für den Friseuralltag aktuell von großer Wichtigkeit sind. Ein westenlicher Punkt in der Ausbildung ist auch das aktive Zuhören, um so die Frisurenvorstellung der Kundin oder des Kunden zu verstehen und auch umsetzen zu können. Also ist während der Ausbildung üben, üben, üben und Erfahrungen sammeln das Wichtigste. 😉

So gilt im Friseurberuf, wenn die Basics sitzen, kann kreativ gearbeitet werden. Jeder Schnitt ist individuell auch wenn man exakt den gleichen Schnitt immerwieder schneidet – es ist wie beim Kochen, jedes mal kocht man genau mit den gleichen Zutaten und Geräten ein und das selbe Gericht, und dann kommt es doch vor, dass es anders als sonst schmeckt.

Model auf einer Friseurmesse

Was macht noch unseren Beruf aus? Einerseits sind wir sehr kreativ unterwegs, besonders wenn Kunden sagen „…mach was du willst“. Aber die Chance steht 50:50, dass es der Kundin dann doch nicht gefällt. Daher sollte man im Vorhinein ein paar Do’s and Dont’s absprechen, um in kein Fettnäpfchen zu treten. Abgesehen davon haben die meisten Kunden genaue Vorstellungen, wie die Frisur sein soll bzw. wie sie aussehn möchten. Hier kommt schließlich unsere Expertise zum Einsatz, um zu beraten und über gewisse Frisur-Fehlentscheidungen aufzuklären. Also könnte man meinen, dass unser Beruf semi-kreativ ist bzw. man sich nur in einem gewissen Rahmen bewegen kann, denn man möchte ja glückliche Menschen aus dem Salon verabschieden. Daher liegt das kreative Arbeiten im Salon in der angewendeten Schneide- und Färbetechnik bzw. der Farbnuancenzusammenstellung. Was anderes ist es, wenn man für Fotoshootings, Modeschauen oder Trendmagazine arbeitet, dann lässt sich die Frisur der Mode anpassen und kann überaus kreativ oder gar avantgardistisch ausfallen. Die Haare werden sozusagen zu Kunstobjekten und man frisiert was selbst gefällt – und über Schönheit lässt sich ja bekanntlich streiten.

Ebenso charakteristisch an unserem Beruf ist, dass man immer mit Menschen zu tun hat, man ist immer in unterschiedlicher Gesellschaft. Spricht über Alltägliches aber auch persönliche Schicksale lassen Kunden im Gespräch im Salon zurück, und manchmal wird auch gar nichts gesprochen. Man ist Zuhörer und Verschönerer in einem.

Was macht man aber, wenn einem der Friseuralltag doch zu langweilig ist und man sich weiterentwickeln will? Da gibt es einige Möglichkeiten, um sein Berufsleben ein bisschen aufzupeppen. Zum einen die Meisterprüfung und da ist der eigene Friseurladen nicht mehr weit – Unabhängigkeit, mehr Arbeitsaufwand aber die eigenen Vorstellungen lassen sich verwirklichen. Zum anderen könnte man auch Fachtrainer bei diversen Beautyunternehmen werden und sich in einem Fachbereich (Schnitt, Farbe, Hochstecken) spezialisieren. Mit dem Quäntchen Glück und handwerklicher Perfektion wird man Celebrity-Stylist und fliegt um die Welt oder wird Creative Director bei internationalen Unternehmen und gibt Trends vor. Obendrein steht einem die weite Beautywelt mit all ihren Facetten offen, es gibt auch die Option eine Zusatzausbildung als Make-up-Artist, Lash- und Nails-Designer zu machen oder man wird im Theater als Maskenbildner und Stylist happy. Ein anderes Karriereziel wäre BerufsschullehrerIn, denn den Nachwuchs perfekt auszubilden ist heutzutage immer wichtiger und unerlässlich geworden. So viele Karriereziele, wie in unserer Branche lassen sich selten im Berufsleben finden und jeder kann seiner Passion folgen und sich dabei neu entdecken.

Was unserer Branche noch bevorsteht, wird sich im Laufe der Jahre zeigen, doch eines steht fest, die Haare braucht jeder früher oder später einmal geschnitten. 🙂

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